Burnout in Beziehung und Partnerschaft

Burnout Definition

Ein Burnout (engl.=ausbrennen) hast du, wenn du sprichwörtlich innerlich ausgebrannt bist. Du fühlst dich meist körperlich UND geistig am Ende. Du fühlst dich, als könntest du dies alles nicht mehr bewältigen. Es handelt sich hierbei psychologisch gesehen um ein Syndrom. Ein Mix aus verschieden Symptomen, die zu einem Krankheitsbild zusammenkommen.

Burnout in der Beziehung Titelbild

Lange wurde Burnout nicht mal als Krankheitsbild angesehen. Mittlerweile hat es in der Psychologie aber immer mehr Akzeptanz gefunden. Und in diesem Artikel schauen wir uns Burnout in der Beziehung an.

Warum bekomme ich Burnout in der Beziehung?

Viele Menschen sehen Burnout als ein Phänomen, das nur aus zu viel Arbeit entsteht. Dies ist aber so nicht ganz richtig.

Es kann genauso gut aus einer Partnerschaft heraus oder der Kindererziehung entstehen.

Burnout steht psychologisch gesehen auf 3 Säulen.

Hohe Anforderung

Dies ist meist der Aspekt, der den Menschen sofort in den Sinn kommt. Es ist eine der Hauptvoraussetzungen, um auszubrennen. Wenn von dir nichts erwartet wird, dann langweilst du dich gegebenfalls, aber gerätst nicht unter Stress. Wenn von dir VIEL in KURZER ZEIT erwartet wird, dann sieht das in den meisten Fällen anders aus.

Das Gefühl, ich schaffe oder kann das nicht.

Aber dies allein reicht nicht. Wenn von dir viel verlangt wird, aber du alles immer super in den Griff bekommst, dann ist in den meisten Fällen alles gut. Gefordert zu werden im Job (oder in der Familie) macht den meisten Menschen Spaß. Dies schlägt jedoch um, wenn du das gefühlt hast, dass du den Anforderungen nicht gewachsen bist.

Du kannst das Gefühl haben, dass du nicht die richtigen Fähigkeiten für die Aufgaben hast, oder du kannst das Gefühl haben, dass du deine Aufgaben nicht genügend Zeit hast.

Ein dritter Aspekt spielt in dem Zusammenhang häufig noch eine riesige Rolle. Menschen, die häufig wiederkehrende Aufgaben übernehmen müssen und das Gefühl haben, nie fertig zu werden, haben oft ein erhöhtes Risiko auszubrennen.

Das kannst du als Unternehmer haben, der jeden Tag aufs neue irgendwelche Brände löschen muss. Vielleicht hast du das Gefühl in einem goldenen Käfig gefangen zu sein und viel mehr im Unternehmen zu arbeiten als am Unternehmen.

Genauso gut könntest du theoretisch aber auch 3 Kinder zu Hause haben und eine pflegebedürftige Mutter, wodurch du das Gefühl hast, dass du bei den täglichen Aufgaben nicht hinterher kommst.

Fehlende Anerkennung

Ein dritter sehr wichtiger Faktor, warum Angestellte, Selbstständige, Unternehmer, aber auch Eltern an Burnout erkranken ist die fehlende Wertschätzung ihrer Arbeit.

Wenn du das Gefühl hast, du gibst immer 110% und niemand nimmt es wahr, kann dies ganz schön an dir nagen. Wenn du statt Anerkennung dann auch noch eher kritisiert wirst, dann steigt dein Risiko noch weiter.

Es stellt sich dir irgendwann die Sinnfrage. „Warum mach ich das überhaupt?“ Und wenn du an diesem Punkt aber noch aufgrund der oben genannten Faktoren in dieser Tätigkeit gefangen bist, dann ist der explosive Mix für Burnout in der Partnerschaft oder im Business komplett.

Die 12 Phasen in der Burnout-Entstehung

  1. Drang, sich zu Beweisen. Du bist hochmotiviert, gibtst 110%, willst die Sache perfekt machen. Dein Ergeiz ist hoch.
  2. erhöhtes Leistungsstreben. Steigerung von Punkt 1. Du willst den hohen Erwartung perfekt entsprechen und möglichst schnell viel schaffen.
  3. Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse. Du vernachlässigst dich und auch langsam den Kontakt zu anderen Personen.
  4. Überspielen + Übersehen von Problemen. Es treten Fehler auf, möglicherweise auch Müdigkeitserscheinungen deines Körpers und du siehst sie nicht oder ignorierst sie.
  5. Zweifel an deinen Werten. Menschen und Hobbys, die dir mal wichtig waren werden weniger wichtig.
  6. Verleugnung. Du streitest Probleme ab, wirst intoleranter und ungeduldiger und agressiver Anderen gegenüber. Deine Leistung nimmt spürbar ab.
  7. Rückzug. Du nimmst andere Menschen (u.U. auch deinen Partner) als eine Belastung war und schraubst soziale Kontakte runter.
  8. Verhaltensänderung. Du wirst apathischer, ängstlicher und fühlst dich tendenziell immer wertloser.
  9. Depersonalisierung. Du verlierst mehr und mehr den Kontakt zu dir und zu anderen Menschen und fühlst dich vermehrt wie eine Maschine, die nur noch funktionieren muss.
  10. Innere Leere. Du fühlst dich nutzlos und ausgelaugt. Dir fehlt der Sinn. Manchmal überspielst du das mit Essen, Sex, „übermäßigem Spaßverhalten“, Alkohol oder Drogen.
  11. Depression – dein Zustand entspricht dem einer Depression. Du bist Niedergeschlagen, Hoffnungslos, antriebslos, hast eventuell Schlaf- und Appetitstörungen.
  12. Völlige Erschöpfung – möglicherweise entstehen Suizidgedanken und ein emotionaler und psychischer Zusammenbruch

Welche Probleme durch Burnout in der Beziehung auftreten

Burnout in der Beziehung führt zu unterschiedlichen Herausforderungen auf beiden Seiten.

Wenn du der von Burnout betroffene Partner bist, dann fühlst du dich von deinen Umständen überfordert, hast womöglich depressive Gedanken und eine generelle Antriebslosigkeit.

Schuld und Scham bei Burnout in der Partnerschaft

Hinzu kommt häufig – vielleicht ja bei dir auch – dass sich Schuldgefühle breitmachen. Du beginnst unter Umständen dich langsam als Belastung für eure Beziehung wahrzunehmen.

Dein Partner auf der anderen Seite steht vor der Herausforderung, dass er oder sie natürlich Mitleid und Verständnis für deine Situation hat. Doch auf Dauer ist es für deinen Partner auch eine Herausforderung immer seine Bedürfnisse deiner Situation unterzuordnen.

Manchmal kommt es dadurch zu Wut auf Seiten des Partners. Ärger – wie die Grundemotion eigentlich heißt – entsteht immer dann, wenn man sich in einer Situation hilflos und ohnmächtig fühlt. Sie hat dann die Funktion, mir selbst zu zeigen, dass ich noch Kontrolle über mich und meine Umwelt habe. Wenn dein Partner also häufig sauer oder wütend auf dich ist im Zuge des Burnouts in eurer Partnerschaft, dann versuche es ihm oder ihr nachzusehen. Es ist ein Ausdruck ihrer Hilflosigkeit.

Burnout in der Beziehung – meine Augen sehen deine nicht mehr

Wenn es zu Burnout in der Partnerschaft kommt, dann ist eins der größten Risiken, dass man den betroffenen Partner irgendwann als Patient oder „großes Kind“ wahrnimmt.

Wenn es soweit kommt, dann wird es natürlich extrem schwierig, dass du deinen Partner als gleichwertig wahrnimmst. Ihr lauft Gefahr, nicht mehr auf Augenhöhe zu sein.

Dies ist in Sachen Anziehung und Sexualität natürlich ein Riesennachteil für euch, aber auch generell für den Respekt in eurer Partnerschaft.

Burnout in der Partnerschaft – ist die Beziehung Schuld?

Diese Frage lässt sich leicht beantworten, wenn du die obengenannten Säulen für die Entstehung von Burnout anschaust.

Beim Thema hohe Anforderung gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Der am einfachsten zu verändernde ist der Anspruch eines Partners an den anderen. Manchmal verlangen wir von unserem Partner, dass er alles kann, alles weiß und alles für uns tut und das am besten auch noch perfekt.

Ich brauche dir wahrscheinlich nicht zu sagen, dass diese Herangehensweise zum Scheitern verurteilt ist. Christian Bischoff hat mal gesagt unser Partner ist immer unser Test. Wenn unser Partner uns auf irgendeine Weise nervt, wütend, traurig oder unsicher macht, dann ist das ganz häufig eher ein Indikator dafür, was mit uns los ist und nicht mit ihm.

Wenn wir lernen zufriedener mit uns selbst zu sein und uns selbst mehr zu schätzen, dann fällt es uns oft leichter auch unseren Partner wertzuschätzen und dies senkt den Druck und somit das Burnout-Risiko.

Gleichzeitig senkt es auch die Angst unseres Partner, nicht gut genug zu sein. Wenn ich meinem Schatz immer sage „Mann, massieren kannst du aber nicht!“ dann raube ich ihm oder ihr auch noch den letzten Funken an Selbstvertrauen.

Wenn ich meinem Schatz stattdessen aber zeige, wie ich es toll finde, so befähige ich ihn oder sie und bewirke genau das positive Gegenteil. Mein Partner wird mehr Vertrauen in seine oder ihre Fähigkeiten mir gegenüber bekommen.

Genau das gleiche trifft auf jede andere Situation auch zu. Nehmen wir an, du bist total ordentlich und dein Partner ist im Haushalt eher ein Chaot (wie ich 😉 ).

Wenn du ihm immer wieder sagst, dass er schlampig ist, er dann versucht, es besser zu machen und du ihm dann immer noch unmissverständlich zu verstehen gibst, dass er das richtig schlecht gemacht hat, dann wird dein Partner irgendwann daran zweifeln, ob er überhaupt in der Lage ist, deinen Ansprüchen zu genügen. In folge dessen wird es sich irgendwann ausklinken, oder wenn er es unbedingt hinkriegen möchte, wird sein Risiko Burnout in der Beziehung zu bekommen, steigen.

Der letzte Faktor in der Entstehung von Burnout in der Partnerschaft ist eigentlich auch sehr simpel zu erklären (nur nicht unbedingt leicht zu verändern.)

Wenn du deinem Partner immer wieder zeigst, dass er etwas toll macht, du stolz auf ihn oder sie bist und ihn bewunderst dafür, wie er Business und Familie unter einen Hut bekommt, oder wie er/sie den Haushalt und die Kinder gemanagt bekommt, dann wird er oder sie selbst unter Druck florieren können.

Wenn dein Partner sich aber den Arsch aufreißt und du würdigst dem ganzen Aufwand überhaupt keine Aufmerksamkeit, dann bettelst du quasi um Burnout in der Beziehung.

Es gibt nichts Schwierigeres als sich zu 110% in seine Partnerschaft reinzuhängen und das Gefühl zu haben, dem Partner ist das egal. Eins unser 6 Grundbedürfnisse ist es, sich wichtig zu fühlen. Dieses Bedürfnis wird unter den genannten Umständen überhaupt nicht bedient.

Auch wenn man die 5 Sprachen der Liebe anschaut, kann man das Thema Anerkennung wiederfinden. Es ist sogar die erste Sprache.

Die Partnerschaft kann also am Burnout Schuld sein, aber wenn du deinem Partner erlaubst, unperfekt zu sein, ihm zeigst, dass er dich glücklich machen kann und du ihm die Anerkennung und Wertschätzung gibst, die ihm gebühren, dann senkst du das Risiko für Burnout in der Beziehung dramatisch.

Sich trennen wegen Burnout?

Die meisten Menschen geben bei Schwierigkeiten viel zu schnell auf, wenn sie auf Widerstände stoßen. Das ist sowohl im Business, bei der Fitness als auch in Beziehungen so.
Ich habe 10 Jahre in Berlin gelebt und sehe natürlich, dass gerade in großen Städten die Tendenz da ist, sich einfach einen neuen Partner zu suchen, wenn es mal schwierig wird.

Ich persönlich würde dir, wenn dir wirklich was an deiner Beziehung liegt, ein Beziehungscoaching empfehlen.

Es befähigt dich, Klarheit darüber zu gewinnen, was hinter deinen Beziehungsproblemen steckt und gibt dir das Wissen und die Werkzeuge an die Hand, um deine Beziehung wieder glücklich zu machen. Auch wenn einer von euch gerade geplagt ist von Burnout in der Beziehung.

Aber hier noch ein paar Gedanken zu der Frage.

Was du gegen Burnout tun kannst, damit es deiner Beziehung wieder besser geht

  1. Finde Wege, die 3 Risikofaktoren für Burnout in deinem Leben zu minimieren. Schaue in allen Lebensbereichen, wo du hohen Anforderungen ausgesetzt bist, wo du das Gefühl hast, deine Zeit oder deine Fähigkeiten reichen nicht aus oder wo dir wenig bis keine Anerkennung entgegen gebracht wird.
  2. Sei dir bewusst, dass die Lebensbereiche Karriere, Gesundheit und Beziehung einander beeinflussen. Meine Kollegen, die Psychologen in der Forschung, konnten zeigen, dass es zu einem sogenannten Spillover-Effekt zwischen den Lebensbereichen kommt. Das bedeutet, wenn es dir in einem Lebensbereich schlecht geht, dass die anderen Lebensbereiche nachweislich darunter leiden.
  3. Daher suche nach den Burnout-Ursachen in allen 3 Lebensbereichen und schalte die Risikoquellen Schritt für Schritt aus.
  4. Komm ins Handeln. Dieser Artikel soll dir ein Gedankenimpuls sein, der dein Denken ankurbelt. Aber vor allem soll er dich motivieren ins Handeln zu kommen. Denn nur wenn wir etwas anders TUN, dann können wir auch anders SEIN.

Wenn du motiviert bist und dich auf diesem Weg unterstützen lassen möchtest, dann kannst du dich hier auf ein kostenloses Erstgespräch bewerben.

Fazit

Wir alle haben ein Risiko an Burnout zu erkranken. Besonders diejenigen unter uns, die als Unternehmer, Selbstständiger, vielbeschäftigter Angestellter, Politker, oder Elternteil  etc. unterwegs sind.

Was wir uns aber auch vor Augen führen müssen ist, dass wir Kontrolle über die Umstände erlangen können, die dazu führen.

Wenn du deine Lebensbereiche in den Griff bekommst, dann brauchst du dir über Burnout in der Beziehung zukünftig keine Gedanken mehr machen.

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