Die 7 Phasen einer Trennung

Mann und Frau verschränkte Arme - 7 Phasen einer Trennung

Entweder steht es in deiner Beziehung vor der Trennung oder du hattest dieses schmerzliche Erlebnis gerade hinter dir. Finde jetzt heraus, was die 7 Phasen einer Trennung sind, um zu sehen, wie du aus deiner jetzigen Phase rauskommen kannst und was dir helfen wird.

Wie du sicherlich weißt, sind Trennungen keine plötzlichen Ereignisse, sondern ein längerer Prozess. Es dauert eine Weile, bis wir uns auch endgültig im Kopf emotional getrennt haben,

Somit ist es wichtig, sich mit den einzelnen der 7 Phasen einer Trennung auseinander zu setzen, um am Ende bei der getroffenen Entscheidung bleiben zu können.

Die 7 Phasen einer Trennung im Überblick

Phase Nr 1: Der Zweifel

Die erste Phase von einer Trennung beginnt meist schon vor der Trennung. Du bist also noch mit deinem Partner zusammen, jedoch überkommen dich so allmählich die Zweifel.

Immer öfter ertappst du dich dabei, wie du euer Beziehungsgefüge hinterfragst. Manchmal passiert das wegen einem konkreten äußerlichem Anlass, wie zum Beispiel dem Verdacht auf Untreue, oder auch einfach wegen mehreren Banalitäten im Alltag.

Du fragst dich oft, ob du mit dem Menschen gegenüber noch glücklich bist und ob du dir wirklich eine Zukunft als Paar vorstellen kannst. Es kann sein, dass ihr abends am Tisch sitzt und euch nichts mehr zu sagen habt oder eure Beziehung langweilig geworden ist und es nichts Spannendes mehr gibt. Was auch immer bei euch das Problem ist, du wirst dich immer häufiger in einem inneren Monolog wiederfinden: “Möchte ich mich wirklich trennen?”

Oft traut man es sich diese Tatsache zu der Zeit noch nicht zu offenbaren und hält es erstmal für sich, um wirklich im Klaren zu sein.

Manchmal zögert man die Trennung auch hinaus, weil man Angst vor dem Alleinsein hat und vor dem Problemen, die danach auf einen zukommen.

Am Ende dieser Phase bist du dir oft ganz sicher, dass es so nicht weitergehen kann und du suchst das Gespräch mit deinem Partner.

Nun wird es meist erst einmal zu schmerzhaften Aussprachen und Verhandlungen kommen. – Du trennst dich von deinem Partner.

Auch wenn die Entscheidung von dir ausgeht, werdet ihr beide ziemlich intensiv in dieser Zeit leiden. Es wird weh tun zu sehen, wie sich der andere quält und meistens will auch immer einer von euch an der Beziehung festhalten.

Das ist oft eine sehr kraftraubende Phase und es hilft dir immer, wenn du dir einen Ansprechpartner zum Reden suchst.

Phase Nr. 2: Der Schockzustand

Dieser Zustand ist nur vorübergehend und von kurzer Dauer. Trotzdem steht nach einer Trennung erstmal der Schock und das Erschrecken im Vordergrund. Meist zeigen wir uns wie eingefroren und zeigen kaum eine Reaktion dem Anderen gegenüber. Unser Blick wird starr und die Reaktionen verlangsamt. Es ist quasi so, als wären wir im falschen Film. Wir denken, dass es gar nicht unser Leben ist, in dem das alles gerade passiert, sondern das von jemand Anderem.

Oft fühlen wir in dieser Schrecksekunden eine totale innerliche Leere. Wir wollen zwar etwas sagen, doch können nicht die richtigen Worte finden und auch der Appetit scheint uns vergangen zu sein. Teilweise gibt es auch Menschen, die sich zu dieser Zeit völlig steif fühlen und die ganze Zeit frieren. Man nimmt sich körperlich nicht richtig wahr und wir fühlen uns häufig kraftlos.

Dieser Schockzustand lässt sich durch die Evolution begründen. Es ist eine alte Reaktion des Körpers auf Gefahrensituationen. Der Körper hält eine Trennung definitiv für eine Ausnahmesituation. Unser Körper möchte uns damit vor einer kompletten Reizüberflutung schützen und uns helfen Kraft zu sparen. Hierbei ist es sehr wichtig, wieder in den Fluss zu kommen und nicht in dieser Phase zu verharren, sonst können wir nämlich nicht weitermachen.

In dieser Situation kann Wärme häufig helfen. Mache dir beispielsweise einen Tee oder esse eine Suppe. Auch Menschen, die uns Halt geben, sind in solchen Fällen sehr essentiell. Es ist wichtig, dass du dich geborgen und gut in ein Netzwerk integriert fühlst, damit du auch mal mit anderen Menschen reden kannst. 

Diese Reaktion des Körpers lässt sich im Grunde als Selbstschutz bezeichnen und kann auch manchmal schon vor der eigentlichen Trennung eintreten, wenn wir merken, dass es dem Ende zu geht. Oft reden wir uns ständig alles Positive ein, um die negativen Impulse zu unterdrücken.

Phase Nr 3: Die Verleugnung

In dieser dritten Phase der 7 Phasen einer Trennung, wollen wir die Trennung oft einfach gar nicht wahr haben. Innerlich kommt bei uns gar nichts mehr an und wir wollen die ganze Situation einfach ganz weit von uns schieben. 

Zu diesem Zeitpunkt können und wollen wir die Trennung noch nicht akzeptieren. Wir denken, wir können noch die endgültige Trennung verhindern.

Oft neigen wir Menschen dazu nach “Ex-zurück-Strategien” zu suchen. Häufig flehen wir unseren Partner an, die Trennung rückgängig zu machen.

Das wird jedoch wahrscheinlich nicht so viel bringen, weil die Gründe für die Trennung meist immer noch da sein werden und ihr euch nicht weiter entwickelt habt. 

Ich habe vor einiger Zeit schon mal einen Artikel zum Thema “Trennung verarbeiten” geschrieben. Den kannst du dir auch gerne mal anschauen. Dort erkläre ich im Detail, warum das Projekt „Ex zurück“ meist keine gute Idee ist: 

https://ramon-schlemmbach.de/beziehungsende-verarbeiten/

Ein schlechter Traum

Zu dieser Zeit wirst du oft durch die Gegend laufen und dich fühlen, als wärst du in einem schlechten Traum. Oft hofft man immer noch, dass es nur ein Irrtum war oder eine schlechte Laune des Partners. Also tut man nach außen erstmal so, als wäre nichts passiert. Man organisiert seinen Alltag meist immer noch, wie vor der Trennung und muss sich erstmal in der neuen Rolle zurechtfinden. 

Trotzdem werden hier erhebliche Veränderungen auf dich zu kommen. Ihr werdet euch erstmal persönlich und räumlich trennen. Innerlich spürst du oft eine große Leere in dir und hast Sehnsucht nach deinem (Ex-)Partner. Versuche dich mit Freunden auf andere Gedanken zu bringen und besinne dich auf deine eigene Person zurück. Was sind eigentlich deine Interessen? Wie möchtest du dein Leben leben?

Ein großer Vorteil

Hierbei ist es immer ein großer Vorteil, wenn du im familiären und sozialen Rahmen einen guten Halt und Unterstützung hast.

Während der Verleugnung wird oft das Gespräch gesucht und man versucht sich dem Partner zu erklären. Wir möchten, dass der andere unser Verhalten versteht und hoffen, dass danach alles wieder gut ist, weil der andere nur etwas “falsch verstanden” hatte. Des Weiteren bilden wir uns oft ein, dass die Trennung nur durch genug Verständnis und Rechtfertigung nicht mehr nötig sei. Dies ist jedoch meist nicht der Fall. 

In dieser Zeit wirst du körperlich häufig sehr erschöpft, unruhig und kraftlos sein. Ferner kann es häufiger zu schlechten Träumen kommen.

Das Verleugnen hat nur den einen Zweck: Zeit gewinnen. Wir wollen uns unterbewusst vor der traurigen Wirklichkeit schützen und uns dadurch ein wenig stabilisieren. Es ist quasi nochmal wie ein letztes “Luft holen”. Hilfreich ist es, wenn du dich langsam mit der Realität konfrontierst und Fakten sammelst.

Phase Nr 4: Zorn und Wut 

In dieser Phase der 7 Phasen einer Trennung wird erstmalig wieder Energie freigesetzt. Deine Gefühle brechen aus. Mit der neuen Energie fällt der Schleier, der vorher um dich herum hing. Dein Blick wird wieder klar und das tiefste Tal ist hier oft durchschritten. 

Deine Wut und dein Zorn zeigen jedoch, dass dir dein Partner immer noch alles andere als egal ist.

Hier besteht häufig die Möglichkeit, dass es zu unüberlegten aggressiven Handlungen kommt, die wir später bereuen werden. Deswegen ist es besonders wichtig, dass man seine Energie erstmal anderweitig, zum Beispiel durch Sport, los wird.

Teilweise tritt jedoch auch genau das Gegenteil ein: Aus Angst, den Partner noch mehr zu vertreiben, drücken wir unsere Wut einfach weg, so dass Wut oder entstehender Hass manchmal gar nicht gespürt werden.

Trotz allem sind diese Emotionen ein Anzeichen dafür, dass man sich langsam vom Partner lösen kann. Die Wut bringt dich aus der Hilflosigkeit und Ohnmacht heraus. Es ist praktisch ein erster Versuch sich gegen den erlebten Schmerz zu wehren. Hier denken wir oft, dass wir ungerecht behandelt worden seien. Manchen fühlen wir uns ausgenutzt

Dennoch spüren wir uns nach der Trennung zum ersten Mal wieder richtig selbst. Mitunter projizieren wir unsere Wut auch auf uns selbst. Wir werfen uns vor, dass das alles nicht fair war und wir vorher mit dem anderen Partner hätten reden sollen. 

Phase Nr. 5: Versuchte Rettung/Schuldgefühle

In dieser Phase werden nochmal neue Kräfte frei. Wir kämpfen wieder aktiv, um die alte Beziehung zu retten und wollen uns definitiv nicht geschlagen geben. Mit der Zeit werden wir kreativ und entwickeln neue Ideen und Aktivitäten, um mit unserem Partner in Verhandlungen zu treten. 

Wir geben unser Bestes und somit werden Zugeständnisse und Geschenke gemacht, die in häufig zu groß sind. Oft können wir uns in dieser Phase auch ein wenig als das Opfer vorkommen.

In diesem Zeitraum spielt der Selbstwert eine enorme Bedeutung für uns. Entweder wir spüren, dass unser Selbstwertgefühl angekratzt wird oder eine Art Überheblichkeit dominiert.

Du wirst wahrscheinlich häufig Angebote nach dem Motto hören:

  • “Wenn ich (du) das und das ändere, dann…”

Man glaubt immer noch, dass man die Trennung aushandeln könne, sodass die Entscheidung zurückgenommen wird. Doch so funktioniert das in den meisten Fällen leider nicht. Trotzdem ist man bemüht die Liebe neu zu entfachen.

Wenn man den Partner die ganze Zeit zurück erobern will, dann kann es passieren, das du Entfremdungsgefühle dir selbst gegenüber entwickelst. 

Häufig ist man auch mit einigen von den folgenden Dingen belastet:

  • Erkältungen
  • Gefühlsschwankungen
  • Gefühlsabstumpfungen
  • Gedankenkreisen
  • Vergesslichkeit
  • Nervosität

Dieses ganze aktive Kämpfen und Feilschen hat in gewisser Weise auch einen Aspekt des Leugnens. Wir wollen die Situation nicht wahrhaben und somit rückgängig machen.

Hier ist in den meisten Fällen eine besonders hohe Opferbereitschaft dem Partner gegenüber vorhanden und es findet kein Realitätscheck statt.

Man muss sagen, dass die meisten Menschen in dieser Phase stecken bleiben. Deswegen ist es hier besonders wichtig, dass man in den Fluss kommt und weiter macht. 

Dies ist auch eine Phase, wo wir viel Reue spüren. Wir wünschten, dass wir mit unserem Partner früher gesprochen hätten und leiden so auch unter einer großen emotionalen Last. Wir wünschten uns, wir hätten die Trennung vorhersagen und abwenden können.

Phase Nr. 6: Depression, Trauer und Angst 

Nun werden wir endlich erkennen, dass an der Trennung nichts mehr zu ändern ist. Daraufhin folgt das Tal der Tränen. Wir sind dabei emotional zu akzeptieren, dass es entgültig vorbei ist und trauern. Trauer ist jedoch ein ganz normales und gesundes Gefühl, demnach sollten wir es zulassen. Die Trauer zu verdrängen bringt (langfristig) gar nichts. Nun ist es Zeit nach neuen Perspektiven Ausschau zu halten und das eigene Selbstwertgefühl wieder zu stärken. 

Hier kann es wieder enorm helfen in ein gutes soziales Netzwerk eingebaut zu sein, um sich in Sicherheit und beschützt zu fühlen. 

Denn sich trennen, heißt nicht nur den Partner zu verlieren, sondern auch die Unterstützung, Zuneigung, gemeinsame Rituale, gemeinsame Ziele und vielleicht sogar das eigene Haus oder Wohnung.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt kommt einem der Streit und Beziehungsstress während der Beziehung nur noch sehr klein vor, im Gegensatz zu dem Verlust, den man gerade erlebt.

Man denkt, dass man nie wieder die Hoffnung auf ein gutes und fröhliches Leben hat. Häufig tritt in dieser 6. von den 7 Phasen einer Trennung die Frage nach dem “Warum?” auf. Wir wollen genau wissen woran es gelegen hat und was man hätte besser machen können.

In dieser Zeit muss man sich selbst stärken und wieder nach vorne schauen. 

Ganz nach dem Motto:

  • Auch wenn mich X nicht mehr liebt, kann ich mein Leben genießen.

Wir müssen uns Zeit lassen und langsam zu der Erkenntnis kommen, dass wir selbst und nicht unser Partner unsere Gefühle bestimmen. Hilfreich für einen endgültigen Schnitt, kann ein Trennungs- oder Abschiedsritual sein. So können wir die Situation akzeptieren und den Blick wieder nach vorne richten.

Oft wird diese Phase auch von Angst, Einsamkeit und Selbstzweifel geprägt. Wir haben uns der Wahrheit gestellt und schmerzlich erfahren, dass wir wieder Einzelkämpfer in der Welt sind.

Trotzdem kann die Angst auch manchmal etwas Positives bewirken. Manchmal drängt sie uns dazu, bestimmte Entscheidungen zu treffen, weil wir so nicht in der Situation verharren können.

Oft fragen wir uns im Gedanken, was der andere wohl gerade macht und es kann dich kränken, dass du denkst, dass er viel schneller über die Trennung hinweggekommen bist, als du. Jedoch kannst du nie wissen, wie es bei deinem Ex-Partner innerlich aussieht und jeder hat andere Methoden, um mit einer solchen Trennung umzugehen.

Wir müssen die Trauer letztendlich annehmen und lernen mit ihr umzugehen.

Phase Nr. 7: Loslassen und Neuanfang

Hier ist die Trennung nun definitiv angenommen worden und der Prozess des Loslassens beginnt.

Hoffnung und Lebensfreude erscheinen wieder in unserem Leben und man orientiert sich wieder langsam nach außen hin. Der Neuanfang beginnt.

Oft konzentrieren sich die Menschen jetzt auch erst einmal wieder auf ihren Beruf und auf sich selbst. In der letzten Phase der 7 Phasen einer Trennung, freunden wir uns auch wieder mit der Vorstellung an, wieder glücklich werden zu können.

Im Grunde finden wir unseren eigenen Rhythmus wieder und denken nicht mehr so oft an unseren Ex-Partner. 

Nun musst du dir einige wichtige Fragen stellen:

  • Was möchte ich jetzt (/nicht mehr)?
  • Was kann oder will ich in Zukunft anders machen?
  • Was erwarte ich mir ab jetzt von einem eventuellen neuen Partner?

Wir fangen also an, das alte Beziehungsmuster zu hinterfragen, um nicht wieder die selben Fehler zu machen und einen für uns „besseren“ Partner zu bekommen.

Innerhalb der nächsten Zeit merkt man, wie stark der Alltag auf den Partner ausgerichtet war. Man fängt an wieder an seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu denken. So kommt man erneut zum neuen seelischen und körperliche Gleichgewicht.

Am Ende dieser 7 Phasen einer Trennung, sieht man das Beziehungsende eher als ein Geschenk und man könnte nun auch einen neuen Partner akzeptieren.

Erstmals fühlt man sich nach einer langen Zeit wieder lebendig und versucht sich selbst neu auszuprobieren. Zudem wirst du dich oft innerlich neu sammeln und manchmal auch neu erfinden.

7 Phasen einer Trennung – Fazit

Wie du also siehst, durchlaufen wir während einer Trennung verschiedene Phasen. Um genau zu sein 7 Phasen einer Trennung.

Wir müssen uns mit jeder einzelnen beschäftigen uns auseinandersetzen und da durchkommen, um weitermachen zu können.

Also die 7 Phasen einer Trennung sind:

  1. Zweifel
  2. Schockzustand
  3. Verleugnung
  4. Zorn und Wut
  5. Versuchte Rettung/Schuldgefühle
  6. Depression, Trauer und Angst 
  7. Loslassen und Neuanfang 

7 Phasen einer Trennung mit einem Profi an deiner Seite

Wenn du auch ein Beziehungsproblem hast oder gerade nach einer Trennung in einer dieser Phasen feststeckst, dann bewirb dich doch einfach einmal auf ein kostenloses Erstgespräch mit mir.

Dort können wir uns deine Situation genau anschauen und dir helfen voranzukommen.

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