Machtspiele in der Beziehung – Was das mit Liebe tun kann.

Liebe und Macht, das passt nicht zusammen...oder doch? Dein Partner neckt dich immer wieder oder tut etwas ganz bewusst, obwohl du es nicht magst. Bei euch gibt es also auch immer wieder Machtspiele in der Beziehung?

Was es mit Machtspielchen in der Beziehung auf sichhat , woran du sie erkennen kannst und was du dagegen tun kannst? Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Große Welle im Ozean - Machtspiele in der Beziehung

Ist Macht etwas Schlechtes?

Macht ist laut Definition nur die Fähigkeit, die Einstellung beziehungsweise das Verhalten von anderen Menschen zu beeinflussen. Wie viel Macht ich habe basiert quasi auf den Fähigkeiten und Ressourcen die dies unterstützen, und wie sehr wir damit Andere beeinflussen können. Wenn wir uns das vor Augen führen, dann bemerken wir, dass wir in der Regel alle Macht haben. 

Wir alle können das Verhalten von anderen Menschen beeinflussen. Wir können Freunde um Hilfe bitten und meistens beeinflussen wir damit ihr Verhalten, sodass sie uns helfen.

Wir können auch unseren Partner bitten, zu Hause zu bleiben, wenn es uns schlecht geht und wenn er der Bitte nachgeht, dann haben wir laut Definition Macht über unseren Partner.

Jemand mit einer hohen Position in einer Firma kann meist das Verhalten von mehreren Menschen beeinflussen. Er oder sie hat also meist mehr Macht als jemand der weiter unten in der Firma positioniert ist.

Du siehst also, Macht per se ist nichts schlechtes. Es kommt darauf an, wie wir unsere Macht nutzen, ob sie nun als positiv oder negativ zu bewerten ist.

Wenn du dich jetzt also mit Machtspielen in der Beziehung auseinandersetzt, dann vermute ich, hast du es eher mit den negativen Aspekten von Macht zu tun.

Warum kommt es zu Machtspielen in der Beziehung?

Wenn man menschliches Verhalten verstehen will, dann hilft es, sich anzuschauen, woher dieses Verhalten kommt. Was führt dazu, dass mein Partner sich so verhält? Ich arbeite immer unter der Prämisse: Jedes Verhalten ist logisch, wenn man alle Hintergründe kennt. So was führt jetzt in der Regel zu Machtspielen in der Beziehung?

Im Großen und Ganzen geht es bei Machtspielen darum, die eigenen Interessen durchzusetzen, das Gefühl von Kontrolle zu haben oder den eigenen Selbstwert aufzubauschen.

Das Problem bei Machtspielen liegt jedoch nicht immer am Partner. Finde also auch deinen eigenen Anteil und lerne deine Persönlichkeit und Bedürfnisse mit denen des Partners zu vereinen. Du darfst dich nicht andauernd als Opfer sehen, denn sonst wirst du auch unterbewusst wie eins behandelt werden. 

Woran erkennt man Machtspiele?

Das Problem an der ganzen Sache ist oft, dass diese Machtprozesse in der Beziehung nicht immer klar sichtbar sind. Häufig wird schon beim ersten Treffen der Grundstein gelegt, wer mal den Ton in der Beziehung angeben wird. Aber auch in einer laufenden Beziehung kann man in einigen Situationen erkennen, wie macht verteilt ist.

​Du kannst das an folgenden Situationen festmachen:

  • Wer entscheidet, wann, wo und ob ihr euch seht?
  • Wer meldet sich zuerst?
  • Welcher Partner hat den größeren Redeanteil und wer ist oft nur Zuhörer?
  • Wer bestimmt was ihr zusammen unternehmt?
  • Wer bringt öfter Kritik an und verlangt Veränderung?
  • Nach einem Streit, gibt es einen, der eher wieder die Versöhnung will, während der andere noch auf Abstand geht?
  • Welcher Partner gibt nach? 
  • Wer bestimmt? 
  • Wer gibt dem Anderen Vorschriften und Anweisungen, wie er/sie sich zu verhalten hat?
  • Wessen Entscheidungen haben mehr Gewicht?

Wenn die Antwort auf diese Fragen häufig “Mein Partner” ist, dann hat dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Macht unter euch. 

Warum müssen wir auch mal Macht abgeben?

Der amerikanische Beziehungsforscher John Gottman hat herausgefunden, dass man vorhersagen kann, wie gut eine Beziehung verlaufen wird, wenn man sich anschaut, wie gleichmäßig Macht verteilt ist.

Was bedeutet das?

In manchen Beziehungen ist es so, dass ein Partner die ganze Zeit den Ton angibt und der Andere sich immer fügen muss. Egal ob die beiden unterschiedlicher Meinung sind oder einfach unterschiedliche Wünsche da sind, Partner A entscheidet, was gemacht wird.

Dies führt langfristig dazu, dass Partner B sich unwichtig fühlt, da seine Bedürfnisse nicht gesehen werden.

Diese Unzufriedenheit steigert das Risiko für eine Trennung.

In diesen Fällen muss der Partner A (der derzeit mehr Macht inne hat in der Beziehung), immer wieder auch mal Macht abgeben. Er muss seinem Parter erlauben, dass auch dieser ihn mal beeinflussen kann.

Dies ist nicht einfach, aber ist der sicherste Weg, dass die Partnerschaft langfristig glücklich verlaufen kann.

Wenn du lernen möchtest, wie DU auch mal deinen Partner beeinflussen kannst, hab ich hier was für dich:

Ich habe mal ein Video gedreht zu dem Thema. Schaue dir das gerne hier mal an:

https://www.youtube.com/watch?v=pz2ToGYt1KI&feature=youtu.be

Wie auf Machtspiele reagieren?

Bei Machtspielen in der Beziehung ist es entscheidend, ob sie grundsätzlich positiven oder negativen Charakter haben. 

Manchmal testen wir auf eine spielerische und hurmorvolle Art und Weise die Grenzen des Anderen; und das ist völlig ok. Das kann sogar unsere Bindung steigern und eine positive Stimmung in die Beziehung bringen, weil wir damit Spaß haben.

Machtspiele können aber auch fundamental negativ sein. Wenn du bemerkst, dass dein Partner Machtspiele in der Beziehung spielt, die dich immer wieder unwohl, vernachlässigt oder herabgewürdigt fühlen lassen, dann solltest du dein Verhalten ändern.

Eine Erkenntnis wird dir dabei sehr helfen:

Es kann nur jemand Macht über dich haben, dem du die Macht gibst.

Was meine ich damit? Hier ein paar Beispiele:

  • Wenn dein Partner immer wieder darüber bestimmen will, mit wem du dich triffst und mit wem nicht, dann hast DU es letztendlich in der Hand, ob du dich davon beeinflussen lässt. Und du lässt dich nur beeinflussen, weil du Angst hast vor bestimmten Konsequenzen (und gibst damit deine Macht ab)
  • Wenn dein Partner immer entscheiden will, was ihr in eurer Freizeit macht, kannst du im Grunde einfach nein sagen..."Nein, ich will nicht das 397igste mal mit dir zum Fußball." Ich möchte gern mit dir in ein schönes Restaurant. Wenn du das nicht willst, dann kannst du allein zum Fußball gehen. (Dies ist natürlich nur ein ausgedachtes Beispiel, aber es illustriert, dass dich dein Partner nicht zwingen kann, das mit ihm zu tun, was er/sie will)
  • Was tun, wenn dein Gegenüber dich emotional auf Abstand hält, und seine Macht über dich wirken lassen will, indem er dich am ausgestreckten Arm verhungern lässt? Du hast immer noch die Macht. Du kannst zwar nicht immer sein oder ihr Verhalten verändern, aber du kannst immer noch gehen, wenn es dir zu viel wird

Ich hoffe, dass dir die Beispiele helfen, einen wichtigen Gedanken zu akzeptieren.

Du hast immer die Macht über dein eigenes Leben

Kommen wir nun also zu der Frage, wie reagiere ich auf Machtspiele?

Ich würde folgende Dinge tun:

  1. Mich fragen, ob diese Machtspiele positiv oder negativ für unser Bindung sind
  2. Wenn negativ: Mich fragen, warum macht er oder sie das? Was ist seine oder ihre Not? (geringeres Selbstwertgefühl?Schrei nach Liebe? Angst vor Verpflichtungen? Angst vor Schwäche?)
  3. Mich fragen: in welchen Situationen bringe ich mich unnötigerweise in eine Opferposition?
  4. Wie kann ich in diesen Sitiuationen eher für mich einstehen?
  5. Oft hilft das schon. Wenn das noch nicht reicht: ehrliches und direktes Gespräch.

Was tun gegen Machtspiele, damit sie nicht wieder auftreten?

Damit ihr beide eine harmonische Beziehung auf Augenhöhe führen könnt, müsst ihr die Bedürfnisse des Einen mit den Bedürfnissen des Anderen in Einklang bringen. 

Also ist es wichtig, dass du dir Gedanken über deine Bedürfnisse machst und dann mit deinem Partner darüber sprichst.

Dein Partner muss sich auch über seine eigenen Bedürfnisse klar sein und diese auch mit dir kommunizieren, damit es funktioniert. 

Ich habe mal ein Video gedreht zu dem Thema, wie du deine Bedürfnisse auch ohne Streit durchsetzen kannst. Schaue dir das doch hier mal an. 

Gleichzeitig solltet ihr euch beide daran gewöhnen, nicht nur über eure eigenen Bedürfnisse nachzudenken, sondern auch über die Bedürfnisse des jeweils Anderen. Das stärkt eurer Wir-Gefühl.

Machtspiele in der Beziehung - Fazit

Im Allgemeinen musst du dir überlegen, wie du dich bei der ganzen Sache fühlst. Überlege, ob es in deiner Beziehung eher positive oder negative Machtspiele sind. Wenn es dich verletzt oder du dich unterlegen fühlst, dann solltest du in jedem Fall offen und ehrlich mit deinem Partner sprechen und die Schritte durchgehen, die ich dir oben mit an die Hand gegeben habe.

Wenn es nur kleinere Dinge sind, dann ist es immer sehr hilfreich darauf mit Humor zu reagieren und deine gesamte innere Einstellung positiv zu ändern. 

In einer funktionierenden Beziehung gebt ihr euch gegenseitig Macht ab.

Doch um eure Machtverhältnisse zu erkennen solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Welcher Partner gibt nach?
  • Wer trifft öfter die Entscheidungen?
  • Meldet sich einer der beiden häufig nicht?
  • Will einer von beiden immer vieles kontrollieren?
  • Macht einer dem Anderen Vorschriften? (z.B. wen die Person treffen darf etc.)

Nun wirst du gesehen haben, dass Liebe und Macht nun mal doch zusammenpasst, auch wenn man es nicht glauben mag. Es existiert immer beides. Dabei sollte man aber immer die richtige Balance finden, damit die Machtimbalance nicht zu sehr ausartet. 

Machtspiele in der Beziehung - Mit einem Profi besprechen

Gibt es nun bei euch genau dieses Problem? Versucht einer von euch immer mehr Macht zu erlangen und  ihr schafft es nicht, das in den Griff zu bekommen? Dann bewirb dich doch gerne bei mir zu einem kostenlosen Erstgespräch. Oft hilft es, wenn man einmal die Perspektive einer fremden Person bekommt. Wir analysieren genau deine Situation und schauen uns dann an, wie es für euch weitergehen kann. 

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