Was ist das Wichtigste in einer Beziehung?

Einige Beziehungen laufen gut und andere nicht so gut.

Da lässt sich doch die Frage stellen: Was ist eigentlich das Wichtigste in einer Beziehung?

Ramón Schlemmbach_Das wichtigste in einer Beziehung

Genau um diese Frage geht es in diesem Blogartikel. Wie sich vermuten lässt, gibt es keine einheitliche Antwort darauf. Deshalb werde ich auch auf mehrere Ansichten eingehen.

Wie du sicherlich weißt, sind meine Kunden in der Regel Unternehmer oder Vielbeschäftigte. Meine Kunden sind Karriere-Menschen und haben eine gewisse Dominanz. Ich sage dann immer, dass sie einmal darüber nachdenken sollen, was die Bedürfnisse ihres Partners sind.

Stelle dir folgende Frage:

  • Was ist die Not/das Bedürfnis meines Partners?

Was ich meine ist im Grunde die Perspektivübernahme. Denke mal darüber nach, was der andere braucht und was er nicht braucht. Wenn du dich in die Lage deines Partners hineinversetzt, dann bist du in der Lage zu erkennen, was ihn glücklich macht und was nicht. Versuche so, die Bedürfnisse deines Partners zu erfüllen und ihm auch mal etwas Gutes zu tun.

Jeder hat andere Ansichten zu dieser Frage

Nun ist es so, dass jeder Mensch andere Ansichten zu diesem Thema hat. Jeder hat eine andere Lebenserfahrung und andere Lernerfahrungen gemacht. Damit sind auch die Bedürfnisse unterschiedlich.

Ich habe einmal durch Zufall einen Mann auf der Straße getroffen, als ich ein Video aufnahm. Ich habe ihm dann genau diese Frage gestellt:

  • Was  ist das Wichtigste in einer Beziehung?

Seine Antwort war nur ein Wort. Vertrauen. Seiner Meinung nach war das Wichtigste in der Beziehung Vertrauen. Ich habe dann gesagt, dass ich da ganz bei ihm bin, aber ich fragte ihn auch, warum das für ihn so sei.

Immer wenn meine Kunden mir ihre Meinung oder Überzeugung sagen, dann frage ich nach dem Warum.

Meistens haben die Menschen eine Überzeugung oder Meinung, aber wissen gar nicht, was genau dahinter steckt.

Nachdem ich ihn wieder nach dem “warum” fragte, kam eine tiefgründige Antwort zu Tage:

Er sagte: “Es hängt wahrscheinlich mit meiner Biografie zusammen. Wenn man als Kind mit 5 Jahren schon Vollwaise wird, dann braucht man Vertrauen. Ohne Vertrauen kann keine Beziehung funktionieren.”

In dieser Situation ist für ihn Vertrauen am wichtigsten. Weil er weiß, wie schnell das Leben einen überraschen kann und die Dinge vorbei sein können. Dahinter steckt jedoch, dass er viel mehr Sicherheit und Geborgenheit braucht, welches das Vertrauen ihm schenkt.

Wenn ein kleiner Mensch lernt, dass geliebte Menschen von heute auf morgen weg sein können, kann das Angst machen. Das Leben hat bewiesen, dass Beziehungen nicht sicher sind. Genau dann bauchst du besonders viel Sicherheit in deinen Beziehungen und es ist nichts falsch an der Aussage: Vertrauen ist wichtig.

Wir alle haben unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Überlege doch mal, was deine Antwort wäre. Wenn du das tust, dann hinterfrage deine Antworten immer nach dem Warum.

QUÄLT DICH DEINE EIFERSUCHT?

Das sagte meine Dozentin zu dem Thema

Jetzt erzähle ich, was meine Paartherapie-Dozentin gesagt hat. Ich war auf Weiterbildung für die Paartherapie und da stellte meine Dozentin genau diese Frage.

Ich sagte meine Meinung: Wir müssen uns in unseren Partner hinein versetzen, um deren Bedürfnisse zu erkennen.

Sie hatte jedoch auch einen sehr interessanten Ansatz. Sie sagte, das Wichtigste in einer Beziehung ist Treue. Jedoch nicht nur die sexuelle Treue, sondern die Treue zu sich selbst.

Das ist ein sehr interessanter Gedanke, weil die meisten Menschen sich selbst nicht treu sind.

Stelle dir vor, dass sich am Anfang einer Beziehung alles noch so wundervoll anfühlt. Ihr passt perfekt zusammen und seid praktisch ein gemeinsames Knäuel aus Liebe. Als Paar habt ihr ein super Gefühl, die gleichen Ansichten und gleichen Vorlieben. Alles fühlt sich wohlig an.

Doch irgendwann über die Monate und Jahre hinweg merkt man, dass diese rosa-rote-Brille weg geht. Ihr merkt, dass ihr doch nicht zu 100 Prozent deckungsgleich seid, was total normal ist.

Es kommt jedoch zu den ersten Meinungsverschiedenheiten.

Dass können Dinge sein, wie:

  • Du möchtest in den Sommerurlaub, während dein Partner in den Winterurlaub möchte.
  • Du möchtest mehr Action haben, während dein Partner sich entspannen möchte.
  • Dein Partner möchte auf dem Land leben, während du in der Stadt leben möchtest.

Die Meinungsverschiedenheiten haben uns nun quasi aus diesem Knäuel herausgezogen und das fühlt sich unwohl an. Wir Menschen haben jedoch jetzt die Tendenz zu sagen, dass wir einfach machen, was für unseren Partner okay ist. Dann sagen wir: “Gott sei Dank, wir sind wieder ein Knäuel und alles ist gut.”.

Meinungsverschiedenheiten in Beziehungen

Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Standpunkte werden gezwungenermaßen in Beziehungen aufkommen. Das ist ganz natürlich. So werden wir jedoch auch aus dem Knäuel heraus gerissen, in das ganz viele Menschen schnell wieder rein wollen. Deswegen geben sie nach und sagen: “Okay, dann machen wir das, was du möchtest.”

Es ist auch okay, wenn du es mal machst. Das Problem ist aber, dass es bei den meisten Menschen zur Gewohnheit wird und irgendwann weiß man selbst gar nicht mehr, was man wollte.

Du weißt beispielsweise gar nicht mehr, dass du eigentlich im Urlaub nach Brasilien wolltest. Du sagst dir, dass du schon immer in der Schweiz Ski fahren wolltest und es schon immer so war.

Ich möchte jetzt nicht sagen, dass du niemals das tun sollst, was dein Partner möchte, sondern viel mehr von einem Konzept erzählen. Meinungsverschiedenheiten werden immer in Beziehungen aufkommen, daran lässt sich nichts ändern. Jedoch können wir ändern, wie wir mit der Situation umgehen.

Und da kommt das Konzept der Differenzierung ins Spiel.

STEHT DEINE BEZIEHUNG VOR DEM AUS OHNE DASS DU ES MERKST?

Die Differenzierung.

Dieses Konzept oder viel mehr die Fähigkeit der Differenzierung, ist extrem wichtig für Beziehungen. Und zwar die Fähigkeit mich zu differenzieren.

Was ist Differenzierung eigentlich? – Differenzierung ist die Fähigkeit für sich selbst und seine Wünsche einzustehen, aber gleichzeitig im Kontakt mit dem Partner zu bleiben.

Das bedeutet, wenn man die ganze Zeit macht, was der Partner möchte, dann steht man nicht für sich selbst ein. Wenn man jedoch nur das macht, was man selber möchte, also ohne Rücksicht auf Verluste, dann kann man das auch nicht Differenzierung nennen. Dann ist das eher Egoismus oder Individualismus. 

Differenzierung steht im Grunde zwischen Kollektivismus und Individualismus. Also zwischen dem “wir tun alles für die Gemeinheit”, also für uns als Paar und zwischen “ich mache nur etwas für mich”.

In einer Beziehung geht es nicht darum Kompromisse einzugehen. Das würde sonst bedeuten, dass dein Partner A will und du B und ihr trefft euch in der Mitte. Damit ist dann aber keiner von euch glücklich.

Ich habe dieses Prinzip schon unterbewusst angewandt, bevor ich dieses Konzept kannte. Ich möchte in der Lage sein, zu sagen, was ich brauche. Meine Partnerin kann mir dann auch sagen, was sie braucht. Wenn ich beispielsweise B möchte und sie A, dann finden wir gemeinsam als Team eine Lösung wie wir beides bekommen.

Wir suchen aber kein Mittelding und das ist ganz wichtig.

Wenn wir nur ein Mittelding suchen, dann ist am Ende keiner von uns glücklich.

Die Dozentin sagte auch, dass man trotzdem mit seinem Partner noch in Kontakt stehen sollte. Also sollte man sich trotzdem um die Bedürfnisse des Partners kümmern.

Wenn du immer nur das tust, was dein Partner möchte, dann verbreitet sich bei dir eine allgemeine Unzufriedenheit, weil du dir selbst with mehr treu bist. Der Nachteil ist, dass einem das nicht so bewusst wird. Man gibt irgendwann nur noch seinem Partner für die eigene Unzufriedenheit die Schuld. Auf Englisch nennt man das “resentment”.

“You are gonna start to resent your partner.” – Weil du die ganze Zeit Dinge tust, die nicht zu 100 Prozent deiner eigenen Wahrheit entsprochen haben.

Aus diesem Grund ist es wichtig, differenziert handeln zu können.

Was ist das Wichtigste in der Beziehung – Fazit

Du siehst also, dass sich die Antworten und die Meinungen auf die Frage sehr stark unterscheiden. Hierbei geht es auch gar nicht um richtig oder falsch, sondern viel mehr darum, neue Denkanstöße zugeben.

Frage dich selbst mal, was für dich das Wichtigste in einer Beziehung ist. Wenn du das tust, denke immer daran, auch nach dem Warum zu fragen, damit du weißt was eigentlich dahinter steht.

Meine Meinung war, die Nöte und Bedürfnisse meines Partners herauszufinden und darauf einzugehen (erfolgreiche Menschen denken in der Regel eh genügend darüber nach, was sie wollen), während meine Dozentin von der Differenzierung sprach.

Differenzierung, also die Fähigkeit für seine eigenen Bedürfnisse einzustehen und trotzdem im Kontakt mit dem Partner zu bleiben.

Der Mann mit dem ich sprach, war fest der Meinung, dass Vertrauen das Wichtigste ist. Er brauchte Sicherheit und Geborgenheit.

Wie du siehst, hat hierbei jeder andere Ansichten. Es ist wichtig, sich einmal alle Ansichten anzuhören und darüber nachzudenken, um neue, wertvolle Denkimpulse zu bekommen.

Wenn auch du ein Beziehungshema hast, bei dem du dich entwickeln möchtest, dann bewirb dich doch zu einem kostenlosen Erstgespräch und wir schauen uns deine Situation mal genauer an.

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