Konflikte sind ein Dauerbrenner. Viele Klienten von Psychologe Ramón Schlemmbach – oft erfolgreiche Unternehmer und Vielbeschäftigte – leiden unter der Angst vor Auseinandersetzungen. Sie vermeiden Streit um jeden Preis und stellen trotzdem fest: Ihre Bedürfnisse bleiben unerfüllt, und die Beziehung leidet trotzdem.
Die Kernfrage lautet: Wie kann ich Streit vermeiden und trotzdem für meine Bedürfnisse einstehen?
Dieser Artikel zeigt dir, warum du Konflikte meidest, welche Folgen das für dich hat und wie du mit Ramóns einfachem 5-Schritte-Fahrplan einen nachhaltigen Ausweg findest.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kern des Problems: Unbewusste Schutzstrategien aus deiner Kindheit (Anpassung, Funktionieren) prägen dein heutiges Verhalten und blockieren dein Selbstvertrauen sowie deine Fähigkeit, Grenzen zu setzen.
- Der wahre Grund: Heutige Herausforderungen (Beziehungsstress, Ängste) sind oft nur Symptome tiefer, unverarbeiteter Wunden deiner Vergangenheit.
- Kosten im Alltag: Das Handeln aus alten kindlichen Mustern führt zu innerer Zerrissenheit, Verlust von Selbstwirksamkeit und belasteten Beziehungen.
- Die erste Lösung: Lerne die elf häufigsten Prägungen kennen und beginne, dein Verhalten neu einzuordnen – nicht als Fehler, sondern als einst sinnvolle Schutzstrategien.
- Der Weg zur Freiheit: Entdecke den klaren 5-Schritte-Prozess zur Aufarbeitung deiner Kindheitsprägungen nach dem Psychologen Ramón Schlemmbach und schreibe deine Geschichte neu.
Die psychologischen Ursachen: Woher kommt die Angst vor Konflikten?
Konfliktangst ist kein angeborener Fehler, sondern das Ergebnis von Prägungen, die meist in der Kindheit entstehen. Kinder, die Streit laut, bedrohlich oder ungeklärt erlebten, oder bei denen Konflikte mit Bestrafung, Ignoranz oder Liebesentzug verbunden waren, entwickeln früh die Überzeugung: Konflikt ist gefährlich.
Diese Lernprozesse zeigen sich oft in zwei zentralen Prägungen, die auch zu übermäßigem Entschuldigen führen:
Prägung 1: Die Unterwerfungsprägung
Hier führt die Angst vor einer erwarteten Strafe (Anschreien, Wegschicken, Ignorieren) oder das Gefühl anderen zur Last zu fallen (z. B. bei kranken Elternteilen oder Geschwistern) im Erwachsenenalter zur Unterwerfung und Konfliktvermeidung. Du ordnest dich unter, um die erwartete Strafe zu vermeiden und niemandem zur Last zu fallen. Dein daraus resultierendes Verhalten: Du sagst immer „Ja“ und entschuldigst dich reflexartig, um Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Prägung 2: Die Verlassenheitsprägung
Konfliktvermeidung kann auch auf eine tief sitzende Verlustangst zurückgehen. Du fürchtest unbewusst, dass die Beziehung zerbricht, sobald du deine Meinung vertrittst. Dein daraus entstehendes Verhalten: Du hältst eigene Bedürfnisse zurück und suchst ständig die Versöhnung, weil du glaubst, der Erhalt der Beziehung liege allein in deiner Verantwortung.
Warum ist die Angst vor Konflikten so stark?
Du kennst vielleicht das Gefühl, sobald eine Meinungsverschiedenheit droht: Dein Magen zieht sich zusammen, ein Fluchtreflex setzt ein.
Die psychologische Erklärung dahinter ist einfach: Für unser Gehirn ist Konflikt gleichbedeutend mit Gefahr, denn tief in unserer Psyche ist die Angst verankert, alleine dazustehen, weil soziale Ausgrenzung früher lebensbedrohlich war. Daher sendet unser System bei potenziellen Konflikten vorsichtshalber ein Stoppsignal.
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Kleiner Exkurs: Was ist Verlustangst und kann man sie heilen?
Verlustangst – die Angst, eine wichtige Bindung oder Person zu verlieren – ist nicht per se krankhaft. Sie ist eine normale menschliche Reaktion auf eine möglicherweise reale Bedrohung der Beziehung, wie etwa bei einer spürbaren Distanzierung des Partners.
Doch wenn die Angst übermäßig ist und dein Leben dominiert, liegt die Ursache oft tiefer. Psychologe Ramón Schlemmbach beschreibt drei Hauptursachen für übersteigerte Verlustangst:
- Traumatischer Verlust: Schmerzhafte Trennungs- oder Verlusterlebnisse in der Kindheit oder Jugend (z. B. Todesfall, Scheidung).
- Verlassenheitsprägung: Die Psyche versucht, eine erneute Erfahrung des ursprünglichen Verlustschmerzes zu vermeiden.
- Unzulänglichkeitsprägung: Du bist nicht überzeugt, als Partner gut genug zu sein, und fragst dich: „Warum sollte diese Person bei mir bleiben?“
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Der Weg zur Befreiung
Studien zeigen, dass Therapieansätze wie Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Emotionsfokussierte Therapie (EFT) helfen. Ramón Schlemmbach ergänzt dies durch einen emotionsbasierten Ansatz: Es geht nicht nur darum, rational zu bewerten, sondern an die Wurzel der Ängste zu gehen.
Ziel ist es, der Ursprungssituation das emotionale Gewicht zu nehmen. Dieser Prozess wird als Entmachtung bezeichnet. Realistisch ist dabei nicht unbedingt die vollständige Auslöschung der Angst (von 100% auf 0%), sondern eine starke Reduktion ihrer Intensität und Häufigkeit (z. B. von 100% auf 30%).
Anstatt Opfer unserer Emotionen zu bleiben, können wir uns dazu entscheiden, wieder am Steuer unseres Lebens zu sitzen. Das ist die Rückkehr in einen gesunden, erwachsenen Umgang mit uns selbst.
Wenn du diese tiefliegenden Ängste bearbeiten möchtest, bewirb dich für ein kostenloses Erstgespräch.
Was kostet dich die Angst vor Auseinandersetzungen wirklich?
Die Vermeidung von Konflikten bringt nicht die erhoffte Harmonie, sondern hat einen hohen Preis:
- Groll und Frustration: Nicht ausgesprochene Konflikte schlagen oft ins Gegenteil um. Innerlich bauen sich Groll und Frustration und führen zu einer inneren Zerrissenheit, die die Beziehung langfristig belastet.
- Selbstsicherheit und Authentizität: Wenn du deine Meinung und Bedürfnisse immer wieder zurückhältst oder dich unnötig entschuldigst, schwächt das dein Selbstwertgefühl. Du gewöhnst dich daran, nicht wichtig zu sein.
- Missverständnisse in Beziehungen: Ironischerweise führt Konfliktvermeidung zu unklaren Grenzen. Das belastet Beziehungen langfristig und macht dein Verhalten für dein Gegenüber unberechenbar.
- Erhöhtes Burnout-Risiko: Wenn du aus Angst vor Konflikten deine eigenen Grenzen nicht schützt und immer wieder “Ja” sagst, zum Beispiel im Arbeitsalltag gegenüber Vorgesetzten oder Kollegen, steigt langfristig das Risiko für einen zu hohen Workload, was mitunter zu Burnout führen kann.
Merke: Konfliktvermeidung führt nicht zu Harmonie. Sie fördert inneren Groll, schwächt dein Selbstvertrauen und erhöht das Risiko für ein Burnout.
Konflikte als Chance: Wie du Meinungsverschiedenheiten neu definierst
Es ist essenziell, Konflikte neu zu definieren. Ein Konflikt ist kein Kampf oder Krieg, sondern ein Interessenskonflikt. Er dient dazu, Grenzen, Wünsche und Bedürfnisse sichtbar zu machen und zu klären.
Die neue Sichtweise: Eine Auseinandersetzung, die konstruktiv geführt wird, stärkt die Verbindung. Eine gesunde Beziehung hält Konflikte aus. Die konstruktive Klärung zeigt, dass eure Verbindung stabil ist.
Merke: Diese neue Definition funktioniert nur dann dauerhaft, wenn du bereit bist, deine Prägungen (Unterwerfung, Unzulänglichkeit) in der Tiefe aufzuarbeiten.
Selbstvertrauen: Der Muskel, der Konfliktangst besiegt
Konfliktvermeidung ist im Kern ein Selbstwert-Problem. Wenn du Konflikten häufig aus dem Weg gehst, fehlt dir das Vertrauen, einen Streit auszuhalten und darauf, dass die Beziehung ihn überlebt.
Selbstvertrauen ist der wichtigste Faktor bei der Konfliktlösung. Es erlaubt dir, deine Bedürfnisse und Interessen klar auszudrücken und zu vertreten.
Menschen mit starkem Selbstvertrauen nehmen die Gestalterrolle ein. Sie sind besser in der Lage, Konflikte zu lösen, weil sie ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen und sich nicht als Opfer fühlen. Entscheidend ist das Vertrauen ins Aushalten: Du weißt, dass du den Konflikt überleben wirst und die Beziehung ihn aushalten wird. Selbstvertrauen entsteht nicht durch Nachdenken, sondern durch Erfahrung. Es wächst stetig, wenn du Herausforderungen annimmst, anstatt sie zu vermeiden.
Merke: Jeder bewusst geführte Konflikt ist ein Training für diesen „Konflikt-Muskel“ und liefert dir wichtige positive Referenzerfahrungen. Ein wichtiger Teil der 5 Schritte zur Ursachenaufarbeitung.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen?
Konfliktangst ist im Grunde ein Selbstwertproblem. Um dieses zu besiegen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den zentralen psychologischen Begriffen zu kennen:
Selbstwertgefühl
Selbstwertgefühl beschreibt, wie wertvoll wir uns selbst fühlen. Es ist das Maß an Wertschätzung und Anerkennung, das wir uns selbst entgegenbringen, unabhängig von äußeren Einflüssen oder Bewertungen durch andere. Es beantwortet die Frage: “Bin ich okay, so wie ich bin?”
Selbstbewusstsein
Selbstbewusstsein müsste man eher als SelbstbewusstHEIT bezeichnen. Es beschreibt dein Bewusstsein über deine Stärken, Schwächen, Bedürfnisse und Grenzen. Wie gut kennst du dich selbst?
Selbstvertrauen
Selbstvertrauen beschreibt dein Vertrauen in deine eigene Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen und unsere Ziele zu erreichen. Selbstvertrauen hängt eng mit dem Selbstwertgefühl zusammen, entsteht aber vor allem durch Erfahrung. Es beantwortet die Frage; “Traue ich mir zu, das auszuhalten und zu bewältigen?”
Grenzen setzen, ohne die Beziehung zu gefährden
Konfliktscheue Menschen halten oft an der Illusion fest: „Es funktioniert doch! Ich vermeide Streit, alle sind happy.“ Doch dieser vermeintliche Frieden hat einen hohen Preis. Du stellst dauerhaft die Bedürfnisse anderer über deine eigenen. Der eigentliche Grund, warum du deine Konfliktangst auflösen solltest, geht tiefer: Wenn du ständig die Meinung oder Wünsche deines Gegenübers priorisierst, bist du nicht auf deinem eigenen Weg unterwegs. Du passt dich an, anstatt dich auszurichten. Wer nicht seinem eigenen Weg folgt, wird auf Dauer unweigerlich unglücklich und frustriert. Die Angst vor Auseinandersetzung kostet dich also langfristig deine Authentizität und deine innere Freiheit.
Die entscheidende Frage lautet:
Wie setzt du eine notwendige Grenze, ohne bei deinem Partner das Gefühl einer „unüberwindbaren Mauer“ auszulösen?
Die Lösung: Baue ein Fenster in die Mauer ein. Du kommunizierst dein Bedürfnis und bleibst trotzdem in Beziehung. Dafür kannst du dich an drei klaren Tipps orientieren:
1. Tipp: Eine Erklärung abgeben (Die Mauer erklären)
Erkläre deinem Gegenüber, warum du diese Grenze brauchst. So schaffst du Verständnis für deine Situation.
Beispiel: „Du Schatz, mir ist aufgefallen, ich bin völlig erschöpft und spüre, ich brauche mal ein bisschen Zeit, um meinen Akku aufzuladen.“
2. Tipp: Nähe aufbauen (Das Fenster öffnen)
Du bleibst bei deinem Bedürfnis und signalisierst gleichzeitig, dass die Beziehung absolut intakt ist. Das verhindert den Beziehungsbruch.
Beispiel: „Aber Schatz, ich möchte natürlich total gerne Zeit mit dir verbringen und freue mich auf dich, wenn ich wieder mehr Energie habe..“
3. Tipp: Gemeinsame Entscheidungsfindung (Der Weg hindurch)
Du stellst deinen Partner nicht vor vollendete Tatsachen, sondern zeigst ihm, dass seine Meinung wichtig für dich ist, und ihr als Team entscheidet.
Beispiel: „Deswegen wollte ich dich fragen: Ist es okay für dich, wenn wir uns erst heute Abend treffen? Ich komme dann einfach dazu, sobald ich meine Akkus aufgeladen habe.“
Merke: Dieses Vorgehen funktioniert, weil du dein Bedürfnis klar kommunizierst und gleichzeitig deutlich machst, dass du an einer Teamlösung in der Beziehung interessiert bist.
So beendest du die Konfliktangst: Ramóns 5-Schritte-Fahrplan
Die drei Tipps („Erklärung, Nähe, Entscheidungsfindung“) können deine Kommunikation im Alltag spürbar verbessern. Aber Fakt ist: Sitzt die Prägung tief, reagiert dein Körper reflexartig, bevor dein Verstand eingreifen kann.
In solchen Fällen stoßen rein mentale Tipps und Tricks schnell an ihre Grenzen. Die emotionale Ladung aus deiner Kindheit wirkt so stark, dass der Flucht- oder Unterwerfungsreflex schneller greift als jeder rationale Gedanke.
Der Königsweg: Ursachen statt Symptome bekämpfen
Wenn du Konfliktangst wirklich an der Wurzel lösen möchtest, führt an der Aufarbeitung der zugrunde liegenden Kindheitserfahrungen kaum ein Weg vorbei. Nur wenn die emotionale Ladung der Unterwerfungs- oder Verlusterlebnisse deutlich reduziert wird, kann dein Körper in Konfliktsituationen entspannter reagieren. Erst dann ist der Weg frei, um neue, gesunde Verhaltensmuster stabil zu etablieren.
Dafür hat Ramón Schlemmbach seinen bewährten 5-Schritte-Fahrplan zur Kindheitsaufarbeitung entwickelt. Er führt dich Schritt für Schritt aus der Opferrolle heraus:
- Identifikation: Du erkennst und benennst die Kindheitsprägungen (z. B. Unterwerfung, Unzulänglichkeit oder Verlassenheit), die deine Konfliktangst heute steuern und verstehst ihre psychologische Funktion, also warum sie entstanden sind und wie sie dich heute blockieren…
- Verständnis: Du suchst nach konkreten Situationen in deiner Vergangenheit, in denen diese Prägungen entstanden sind und erkennst den Zusammenhang zwischen frühen Erfahrungen und deinen heutigen Reaktionen.
- Entmachtung:: Du nimmst den Ursprungssituationen das emotionale Gewicht. Die Vergangenheit verliert ihre Macht über dein heutiges Fühlen und Reagieren.
- Neue Überzeugungen entwickeln: Du identifizierst alte, hinderlicheGlaubenssätze und ersetzt sie durch dienliche, stärkende Überzeugungen über dich selbst und die Welt.
- Umsetzung und Verankerung: Du trainierst neues, gesundes Verhalten im Alltag, setzt Grenzen, gehst Konflikte bewusst ein und sammelst neue Erfahrungen, um dein Selbstvertrauen nachhaltig zu stärken.
Wenn du wirklich frei sein willst von der Angst vor Konflikten und dem Drang, dich ständig entschuldigen zu müssen, ist das der Weg.
In Kürze
Der Blogartikel beleuchtet, dass Angst vor Auseinandersetzungen kein Charakterproblem ist, sondern ein Symptom tiefer Kindheitsprägungen wie Unterwerfung oder Verlassenheit. Diese Konfliktvermeidung schwächt den Selbstwert, kostet langfristig Authentizität und führt zu Groll und einem signifikant erhöhten Burnout-Risiko.
Die Lösung liegt darin, Konflikte neu zu definieren: Als Chance zur Grenzsetzung und Klärung. Du erhältst 3 sofort anwendbare Tipps, um Grenzen zu setzen, ohne die Beziehung zu gefährden. Der Königsweg zur dauerhaften Freiheit von der Konfliktangst ist Ramóns 5-Schritte-Fahrplan zur gezielten Aufarbeitung emotionaler Kindheitswunden.
ÜBER DEN VERFASSER
Ramón Schlemmbach
Schlemmbach Coaching GmbH
Vor über einem Jahrzehnt begann Ramón Schlemmbach, sich intensiv mit den Auswirkungen von Kindheitsprägungen auf das Erwachsenenleben zu befassen. Durch seine tiefgreifenden Einblicke in die klinische Psychologie und systemische Therapie entwickelte er bahnbrechende Methoden zur emotionalen Befreiung.
Diese Erkenntnisse nutzte er zur Gründung seiner Beratungsfirma, die mittlerweile Hunderte von Menschen in ihrem Streben nach einem freieren und erfüllteren Leben unterstützt hat. Getrieben von der Vision, gesündere Generationen zu fördern, teilt Ramón sein Wissen leidenschaftlich mit anderen und begleitet sie auf ihrem Weg zu emotionaler Stabilität und Glück.





